Eine neue Situ-Ei-tion

Eine etwas längere Vorgeschichte…

Beim Bezug meines jetzigen Daheims habe ich mir überlegt, dass der Kühlschrank mit den wichtigsten Sachen befüllt werden sollte. So bin ich zu Beginn der Saison mit meinen üblichen Gelüsten, aber auch sinnvollen Ideen, zum Dorfladen von Scuol gefahren.  Käse, Essiggurken, Vollkorn-Cracker, Salsiz, Butter, Milch und Eier wurden eingekauft. Nicht ausgesprochen ausgewogen, aber genug um zu überleben und halt einfach «huara guat». ?
Dass ich ab dann kulinarisch mindestens zweimal am Tag von meinem jetzigen Chef verwöhnt werde, das war mir am Shoppingtag nicht wirklich bewusst. So warteten Joghurts, Käse und Co. lange auf deren Verzehr. Beinahe vergeblich. Mittlerweile sind die Joghurts Opfer nächtlicher Hungerattacken geworden, die Milch veredelt regelmässig meinen Kaffee und der Salsiz glänzte schon als kaltes Plättli bei Gästen.

Nun, gestern – spät angereist – hat mich ein «Hüngerli» geplagt, welches mich dazu gebracht hat, mal wieder einen Blick in den Kühlschrank zu werfen. Was haben wir denn da? Noch immer 6 Eier, die darauf warten auf irgendeine Art zubereitet zu werden.
Ich nehme also diese Eier aus der Kälte, teste mit dem Wasserglas-Trick*, ob ich sie auch wirklich noch geniessen kann und entscheide, dass ich 5 von 6 zu harten Eiern koche. Denn beim ersten Ei stelle ich fest, dass dies bereits einen Riss hat und an dieser Stelle mit dem Nachbars-Ei zusammenklebt; klar, das Eiweiss hatte ja auch aaausreichend Zeit auszulaufen. ? Beim Herausnehmen hat das defekte Ei ein Stück seiner Schale an sein Nachbar-Ei verloren und so stand ich da mit folgenden Gedanken: «Ich möchte das Ei nicht wegschmeissen, nur weil es ein Loch hat», «Ich hab’ keine Lust auf Spiegelei oder Rührei», «Was mach’ ich nur?». Nun, die sogenannte schwierige Situ-Ei-tion hat mich auf eine neue Variante des 3-Minuten-Ei’s gebracht. Ob’s das schon gibt oder nicht, das weiss ich nicht. Ich freu’ mich auf jeden Fall, dass mein Versuch, das nicht-perfekte Ei auf eine leckere Art zu kochen, geglückt ist. Nachkochen ist ganz einfach! Das Ei in ein kleines (Schnaps-)Glas aufschlagen, das Glas in einen Topf mit Wasser stellen und köcheln lassen. Wenn das Eiweiss fest ist, ist das Eigelb wachsweich. Löffel rein, Salz drauf und schlemmen. ?

〈 Wasserglas-Trick: schwimmt das Ei in einem mit Wasser gefüllten Glas an der Oberfläche, so hat sich durch Verdunstung des Wassers im Ei die Luftkammer vergrössert, die das Ei aufsteigen lässt. Das Ei ist schon älter und sollte nicht mehr verzehrt werden. 〉

Natürlich habe ich noch den Profi gefragt und von meinem Chef erfahren, dass es die «Oeuf Cocotte» in der französischen Küche schon lange gibt. Feiner Unterschied zu meiner Variante: das Töpfchen wird mit Butter gefettet und das Ei mit Kräutern und Würze abgeschmeckt. 😉

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Mäli sagt:

    ?? Das isch a Superidee – au für d‘Zuebereitig vo 3-Minuta-Eier wo d’Schale nid beschädigt isch – es entfallt s‘für mi läschtig „Eierchöpfa“.

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